{"id":2658,"date":"2024-01-20T16:17:50","date_gmt":"2024-01-20T16:17:50","guid":{"rendered":"https:\/\/andersindset.com\/unkategorisiert\/kanzler-statt-olaf-schaffen-statt-wir-schaffen-das-2\/"},"modified":"2024-10-20T05:30:36","modified_gmt":"2024-10-20T05:30:36","slug":"kapitalismus-rettet-die-menschheit-ein-davos-fazit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andersindset.com\/de\/das-denken\/kapitalismus-rettet-die-menschheit-ein-davos-fazit\/","title":{"rendered":"K\u00d6NIGIN KAPITALISMUS \u2013 Ein Davos fazit"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1996.8px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p><b>KAPITALISMUS. RETTET DIE MENSCHHEIT!<br \/>\n<\/b>Ein Davos-Fazit<\/p>\n<p>Folgen wir der publizistischen Wahrnehmung im Vorfeld, so war Davos 2024 zun\u00e4chst so etwas wie ein Krisentreffen. Vertrauen wiederherstellen. In Wissenschaft, Politik und vor allem der Wirtschaft. Das war das Kernthema des diesj\u00e4hrigen Weltwirtschaftsforums. W\u00e4hrend der Woche wurde aber vor allem eins klar: Das Weltwirtschaftsforum ist Schaulauf und Wettbewerb des globalen Kapitalismus geworden. Wirtschaft macht Wandel.<\/p>\n<p>Technologischer Turbo-Kapitalismus amerikanisch-individualistischer Pr\u00e4gung trifft auf Staatskapitalismus in neuer roter Tracht, der rasante Aufstieg des Cash-Is-King und Show-Kapitalismus des mittleren Osten \u2013 vor allem Saudi-Arabischer Art. Schleichend dahinter entwickelt sich eine neue Indien-Sehnsucht. Die stille Supermarkt \u00bbkann mit jedem\u00ab und bietet Investment-Opportunit\u00e4ten als Alternative zu den drei Platzhirschen.<\/p>\n<p>Aber wo bleibt Europa, und vor allem welche Rolle nimmt Deutschland ein? Erhardts \u00bbWohlstand f\u00fcr alle\u00ab war einst das Evangelium f\u00fcr alle, die Kapitalismus mit sozialer Verantwortung suchten, und das Deutsche Wirtschaftswunder war wie eine Offenbarung. Doch angesichts neuer Technologien haben sich den Menschen l\u00e4ngst andere Wunder offenbart, und hierzulande wurde eine Gesellschaft auf den Pr\u00fcfstand gestellt: Wohlstand ist kein Naturgesetz.<\/p>\n<h2>USA First<\/h2>\n<p>Noch ist das Selbstbewusstsein gro\u00df, noch f\u00fchrt the american dream den technologischen Wettkampf an. Als neue globale Lichtgestalt f\u00fchrt Satya Nadella Microsoft in Richtung einer 3 Billionen Bewertung. Das Unternehmen hat Apple abgel\u00f6st als wertvollstes Unternehmen der Welt und schaut mit seinem neuen KI-Fokus nicht mehr zur\u00fcck. Politische, technologische L\u00f6sungen wie die von Palantir, die Events mit neuer Quantum Technologie, die Investoren-Netzwerke und die Pr\u00e4senz der Chefetagen aller NASDAQ 100 Unternehmen sind beeindruckend. USA ist noch \u00bbthe place to be\u00ab. Die Events und Nachrichten der US-amerikanischen Medienh\u00e4user Wall Street Journal, Politico und Bloomberg dominieren auch in Davos. Auff\u00e4llig ist dennoch auf der Promenade und bei Abendempf\u00e4ngen, dass die lauten, prahlenden und so selbstbewussten Amerikaner erkennen m\u00fcssen, sie sind nicht mehr allein an der Spitze in Sachen Technologie und Fortschritt.<\/p>\n<h2>The New Kid(s) on the Block<\/h2>\n<p>Strategische Technologie-Investments locken Unternehmen an. Saudi-Arabien schleicht sich mit noch sprudelnden \u00d6lmilliarden \u2013 wir kaufen alles auf \u2013 und einer Weitsicht ins Geschehen, die aus der Erkenntnis geboren ist, dass die fossilen Reicht\u00fcmer endlich sind. Nirgendwo in Wirtschaft und Geopolitik spielt der Mittlere Osten nicht mit. Und, wie sollte es anders kommen, Saudi Arabien k\u00fcndigte am Donnerstag an, sie werden Ende April ein zweit\u00e4giges Weltwirtschaftsforum Spezial veranstalten, um das globale Profil des K\u00f6nigreichs und seiner Hauptstadt Riad zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Mitte November reisten 97.000 Menschen zur UN-Klimakonferenz nach Dubai zum Cop 28. Klimaaktivisten und Medien \u00e4u\u00dferten Kritik: falscher Ort und eine Verdoppelung der Reisenden! Zum Cop 27 ein Jahr zuvor kamen \u00bbnur\u00ab 50.000 Teilnehmer. Die Schlagzeilen konzentrierten sich auf Privatjets und Umweltverschmutzung, Werteverst\u00e4ndnis und \u00bbGreenwashing\u00ab, und alles schien schlecht. Das gro\u00dfe Ziel, die Nutzung fossiler Brennstoffe auslaufen zu lassen, konnte auch 2023 nicht verabschiedet werden.<\/p>\n<p>Doch es gibt auch eine andere Betrachtungsweise: Doppelt so viele Menschen aus neuen Regionen und L\u00e4ndern \u2013 die Kapital mitbringen \u2013 reisen in eine Region, die sich im Wandel befindet. Die Vereinigten Arabischen Emirate und auch Saudi-Arabien sind alles andere als perfekt nach europ\u00e4ischem Wertma\u00dfstab, aber bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass auch hier in den letzten zehn Jahren eine beachtliche Entwicklung stattgefunden hat, u.a. berichtet die ehemalige \u00f6sterreichische Bundesministerin f\u00fcr Digitalisierung und Wirtschaft \u00fcber gro\u00dfen Fortschritt in Sachen Frauenrechte.<\/p>\n<p>Vielleicht werden durch einen gro\u00dfen COP in Dubai mehr \u00bbschwarze Schafe\u00ab wei\u00df, auch wenn dabei ein wenig \u00bbgewaschen\u00ab werden muss&#8230; Als kognitive Irritation: Zum letzten Oktoberfest reisten 7,2 Millionen Menschen an. Die COP war auch nicht klimaneutral, noch war sie effizient \u2013 die Welt ist nicht perfekt \u2013, aber wo und wie findet Wandel statt?<\/p>\n<p>Diese Frage ist relevant und zumindest aus deutscher und europ\u00e4ischer Sicht von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung. Auf der Davoser Promenade inszenierte Saudi-Arabien ganze f\u00fcnf H\u00e4user mit hochwertigem Design und Technologie. Zukunftsprojekte, die an Science Fiction erinnern, werden vorgestellt. Was nach Utopie aussieht, ern\u00fcchtert hinter den Kulissen mit Chaos und gro\u00dfer Baustelle. Aber es wird gebaut!<\/p>\n<h2>Beijing is Back<\/h2>\n<p>Premier Li Qiang pr\u00e4sentiert einen F\u00fcnf-Punkte-Plan f\u00fcr Vertrauensaufbau und reist nach Corona erstmals wieder mit einer gro\u00dfen Delegation in die Schweizer Berge. China mit seinem staatskapitalistischen Turbo, h\u00e4ufig als kurzfristig und druckvolles Deal-Making wahrgenommen, ist zur\u00fcck auf der globalen B\u00fchne. Delegationsreisen finden \u00fcberall in Europa statt und die amerikanische Regierung schaut genauer hin. Steht Wirtschaftswachstum \u00fcber Werten?<\/p>\n<p>China ist aber mehr. Die Volksrepublik ist heute l\u00e4ngst nicht mehr die verl\u00e4ngerte Werkbank und Joint-Venture-Partner f\u00fcr ausgelagerte Arbeitsm\u00e4rkte westlicher Brands. Das Kapital sitzt (noch) nicht so locker wie vor Corona, aber w\u00e4hrend der WEF-Woche finden zahlreiche Hintergrundgespr\u00e4che statt, und die Chinesische Delegation ist seit neuestem tief im Schweizer Strategienetzwerk verflochten und zeigt auf, wie Innovation und Fortschritt gelingen kann.<\/p>\n<p>Sexy, innovativ und bezahlbar \u2013 so pr\u00e4sentieren sich die neuen Mobilit\u00e4tskonzepte aus China. Der schlafende deutsche Riese muss anfangen, sich zu bewegen. \u00bbWettbewerb belebt das Gesch\u00e4ft\u00ab, so lautet die alte Weisheit. Aber hier reicht eine Reaktion nicht. Zwar liefert die Deutsche Bahn die Energie f\u00fcr die Lades\u00e4ulen im Herzen Frankfurts, die E-Busse stammen aber aus China \u2013 Build Your Dreams (BYD). Neue Anbieter entstehen, und neben Musk mit seinem Tesla dringen asiatische Marken in das Herz der deutschen Automobilindustrie. NIO mit einem Produktionsstandort in Berlin und einem Showroom in M\u00fcnchen, BAIC, das ein Joint Venture mit Mercedes und Hyundai eingeht, und SAIC, der gr\u00f6\u00dfte Autohersteller Chinas, setzen Hunderte von Milliarden um. \u00dcber Nacht sehen wir BYD auf deutschen Stra\u00dfen \u2013 ein Unternehmen, das bereits in Absatzzahlen an Tesla heranreicht und mehr als doppelt so viele Elektrofahrzeuge verkauft wie VW.<\/p>\n<p>Ab 2035 ist der Verkauf von Verbrennermotoren in Europa verboten. Das mag nicht schnell erscheinen, ist aber dennoch ein Funken Hoffnung auf Fortschritt. China geht es allerdings nicht schnell genug. Bereits ab 2025 werden Elektroautos \u2013 mit heutiger Technologie \u2013 g\u00fcnstiger als Verbrenner \u00fcber ihren gesamten Lebenszyklus sein. Die Gesetze werden Verbrenner nicht beseitigen. Fortschritt, Technologie und Marktwirtschaft werden die alten Autos zu Grabe tragen.<\/p>\n<p>Fortschritt und Investitionen in neue Treibstoff-Strukturen wie Wasserstoff, Aufr\u00fcstung in Design und Technologie: China ist nicht nur g\u00fcnstiger. Es liefert heute Qualit\u00e4t und in ansprechender und funktionaler Gestaltung. Die Marktwirtschaft roter Pr\u00e4gung zeigt auf, dass das Modell \u00bbStaatskapitalismus\u00ab beim vermeintlich unerreichbaren Wettbewerbsvorteil Innovation und Qualit\u00e4t nicht nur mithalten, sondern auch f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Wie viele \u00e4hnliche Erz\u00e4hlungen k\u00f6nnen wir hier finden?<br \/>\nDie Antwort lautet aus deutscher Sicht leider: Einige.<\/p>\n<h2>Was bleibt vom \u00bbkranken Mann\u00ab?<\/h2>\n<p>Das AI House \u2013 dessen Initiatoren zumindest zum Teil aus Deutschland und Europa stammen \u2013 scheint ein Erfolg gewesen zu sein. Sonst findet sich nur das kleine, aber sympathische \u00bbBelgien-Haus\u00ab. Attraktion: Bier und Pommes f\u00fcr alle. Happy-Hour 18:00 Uhr. Geschmacklich ein Highlight, aber im globalen Wettkampf um Technologie und Fortschritt sicherlich nicht der Gipfel der Gen\u00fcsse.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Woche berichten deutsche Medien, \u00bbDeutscher Windausbau nimmt Fahrt auf\u00ab. Es wird gesch\u00e4tzt, dass in Deutschland etwa 40.000 Windr\u00e4der ben\u00f6tigt werden (unter Einbeziehung \u00e4lterer Generationen und Wartung). Das klingt nach unglaublich vielen. Mit Genehmigungsverfahren, die sich \u00fcber bis zu 8 Jahre ziehen und mit langwierigen und komplexen Diskussionen einhergehen, sowie mangelnder Risikobereitschaft und Investitionszur\u00fcckhaltung fragt man sich, wie das funktionieren soll. \u00bbDas Geld ist da\u00ab, sagen die Spezialisten, doch alles dauert zu lange.<\/p>\n<p>\u00dcberraschenderweise zeigt sich jedoch: Es funktioniert. Deutschland hat heute bereits \u00fcber 30.000 Onshore-Windr\u00e4der gebaut! Und das ist nur der Wind vom Land und nicht das Potenzial von Offshore-Wind und die unglaublichen M\u00f6glichkeiten der Photovoltaik oder anderer Energieformen f\u00fcr eine gr\u00fcne Zukunft.<\/p>\n<p>2023 wurde ein neuer Rekord f\u00fcr die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen aufgestellt. Fast 60 Prozent des Stroms wurde \u00bbnachhaltig\u00ab produziert, ermittelte das Fraunhofer Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme (ISE). Die Menge an Strom aus fossilen Energieformen ging zur\u00fcck auf ein Niveau aus den 60er Jahren. Und es wurde weitere Energie importiert, weil deutsche Kohleenergie schlicht nicht wettbewerbsf\u00e4hig ist. In einer Zeit der Dekadenz und mangelnder Leistungsbereitschaft, welche Zukunft wird antizipiert? Was glauben wir? Was k\u00f6nnten wir erreichen, wenn es uns gel\u00e4nge, eine neue Leistungskultur zu entwickeln und die Geschwindigkeit zu erh\u00f6hen?<\/p>\n<p>Glauben wir an eine Leistungssteigerung in Sachen Speicher und Distribution? Glauben wir an mehr Ausbau? Fortschritt der Technologie? Wenn ja, warum gelingt es nicht, eine solche Zukunft zu antizipieren? In den n\u00e4chsten Jahren wird der Bedarf an Batterien und neuen, alternativen Formen der Energie um das Dreifache steigen. Parallel werden neue gro\u00dfe Projekte initiiert. Kurzfristig ein globaler Wettkampf um Ressourcen und neue Marktanteile, mittel- und langfristig jedoch eine Verschiebung der globalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Wesentlich ist nicht, wann das Ablaufdatum f\u00fcr fossile Energiequellen erreicht ist. Wichtig ist es allenfalls als Vision, aber deutlich wichtiger als ein beliebig benannter Zeitpunkt werden die Konsequenzen dank technologischer Fortschritte sein. Sie markieren, wann diese Formen der Energieerzeugung nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig sein werden. \u00bbKostenloser\u00ab gr\u00fcner Strom f\u00fcr alle in Sicht. Neue Gesch\u00e4ftsmodelle werden entstehen. Und zumindest ist absehbar, dass sich nach dem raschen Anstieg auch die Grenzkosten f\u00fcr Energie \u00e4hnlich verhalten werden wie die Grenzkosten im Zugang zu Wissen \u2013 Intelligenz \u2013 im vergangenen Jahr. Anfang des n\u00e4chsten Jahrzehnts werden sie rasant in Richtung null gehen.<\/p>\n<p>Glauben wir in Europa ernsthaft, dass wir eine technologische Entwicklungsstufe erreicht haben, auf deren Basis wir jetzt zukunftsf\u00e4hige Gesch\u00e4ftsmodelle konzipieren? Sind GPT-4 und aktuelle Batteriestandards die Grundlage f\u00fcr zuk\u00fcnftige Berechnungen? Oder antizipieren wir eine Welt, in der Quantenk\u00fcnstliche Intelligenz erreicht wird? In der neue Speicher und Distributionsstrukturen entwickelt werden? Wir haben kein Energieproblem, wir haben ein Speicher- und Distributionsproblem. Und, wenn das gel\u00f6st scheint, was bedeutet das dann f\u00fcr Deutschland und Europa?<\/p>\n<p>Es mag vielleicht zynisch sein, dar\u00fcber nachzudenken, was ein antizipiertes Zukunftsszenario der Ukraine ist, inmitten eines Krieges. Aber bleibt die Existenz der Ukraine gesichert, so wird ein Wiederaufbau folgen. Das Deutsche Wirtschaftswunder, Silicon Valley. Die Geschichte wird sich dann wiederholen.<\/p>\n<p>Was w\u00e4ren die Folgen? Der ukrainische Au\u00dfen- und Digitalminister kommt nach Davos und stellt die Zukunft vor. Dezentrale gr\u00fcne Energie, eGovernment, digitale Bildungsangebote, blockchainbasierte Zahlungssysteme und digitale W\u00e4hrung zur Bek\u00e4mpfung von Korruption und zur Schaffung von Transparenz bei F\u00f6rdermitteln. Die Baubranche? Ein Boom-Markt nach einem hoffentlich baldigen Ende des sinnlosen Kriegs.<\/p>\n<h2>Deutschland: Land des positiven Fortschritts<\/h2>\n<p>Nicht alles, was in Davos gl\u00e4nzt, ist Gold. Und der Kapitalismus als unser globales Betriebssystem hat vor allem in Bezug auf die sozialen Aspekte zuletzt erheblich an Glanz verloren. Wollen wir hier wenigstens stabilisieren, bleibt ein Austausch wichtig \u2013 auch in der direkten Begegnung. Mit dem Zielbild einer \u00f6kosozialen Marktwirtschaft, so kann das verwirklicht werden, wenn die Wirtschaft funktioniert. Gibt es was zu verteilen, so kann an sozialen Aspekten gearbeitet werden. Nachhaltigkeit und \u00d6kologie brauchen Rahmen, Regulierungen und Verhaltensver\u00e4nderungen, aber vor allem auch Investitionen in neue Technologien sowie Gesch\u00e4ftsmodelle, die nicht auf Kosten des Planeten ausgelegt sind.<\/p>\n<p>Was bedeutet das? Regelungen sind fundamental wichtig und aus westlicher, insbesondere europ\u00e4ischer Sicht, ebenso eine Verhaltensver\u00e4nderung in Sachen Konsum. Aber aus meiner Sicht wird eine antizipierte Zukunft anders aussehen. Eine KI-Regulierung zum Beispiel ist nicht realistisch, dennoch braucht es globale Leitlinien. Es geht aber vor allem um Wettbewerbsf\u00e4higkeit, neue M\u00e4rkte und technologischen Wettkampf. Noch stehen viele M\u00f6glichkeiten offen. Auf dem \u00f6konomischen Catwalk in den Schweizer Alpen gab es viele spannende Ans\u00e4tze. Und sie sind erst der Anfang. So f\u00fchlt sich Davos 2024 an. Positivit\u00e4t pr\u00e4gt das Bild, auch wenn \u00fcber Krisen und Probleme viel geredet wird. \u00dcberall sind die Menschen in Bewegung, ganz viele kleine Schritte.<\/p>\n<p>Deutschland braucht eine neue Leistungskultur. Eine Umkehrung der Jammer-Kultur hin zu einem Optimismus. Tasse f\u00fcr Tasse, wie es einst \u00bbStarbucks-Gr\u00fcnder\u00ab Howard Schultz formulierte \u2013 Schritt f\u00fcr Schritt. Gro\u00dfe Visionen und strategische Pl\u00e4ne sind wichtig, aber vor allem braucht es heute den t\u00e4glichen Fortschritt. Deutschland: Land des positiven Fortschritts als Vision f\u00fcr 2024?<\/p>\n<p>Gelingt das, folgen Qualit\u00e4t und Innovation, und aus dem kranken Mann wird eine junge vitale Frau, die im Namen Europas weitsichtig vorausschaut und kurzfristig handelt. Es braucht Handlungshelden, die das Heldenhafte (wieder) in der Handlung sehen. Schon Goethe war sich dessen bewusst. Im Faust klingt es so treffend: \u00bbIm Anfang war das Wort!\u00ab mit der Erkenntnis \u00bbund schreibe getrost: im Anfang war die Tat!\u00ab<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Folgen wir der publizistischen Wahrnehmung im Vorfeld, so war Davos 2024 zun\u00e4chst so etwas wie ein Krisentreffen. Vertrauen wiederherstellen. In Wissenschaft, Politik und vor allem der Wirtschaft. Das war das Kernthema des diesj\u00e4hrigen Weltwirtschaftsforums. 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