{"id":3036,"date":"2024-02-03T22:18:57","date_gmt":"2024-02-03T22:18:57","guid":{"rendered":"https:\/\/andersindset.com\/unkategorisiert\/kapitalismus-rettet-die-menschheit\/"},"modified":"2024-02-04T07:23:02","modified_gmt":"2024-02-04T07:23:02","slug":"der-loeffelchen-moment-des-mannes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/andersindset.com\/de\/das-denken\/der-loeffelchen-moment-des-mannes\/","title":{"rendered":"Der L\u00f6ffelchen-Moment des Mannes"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap\" style=\"max-width:1996.8px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><h3><b>Der L\u00f6ffelchen-Moment des Mannes<\/b><\/h3>\n<h3><span style=\"font-weight: 400;\">Zwischen Andrew Tate, Harry Styles und Waschlappen.<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich liebe meine Frau. Ich liebe ihre Weiblichkeit, ihre emotionalen Ausbr\u00fcche, ihre Passion. Ihre unrationelle Art, die sich so signifikant von meiner Rationalit\u00e4t und meinem Pragmatismus unterscheidet, fasziniert mich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Jedoch liebe ich nicht das, was sie ist, sondern das, was mich erf\u00fcllt. Das Andere.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Im heutigen <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Anders Gedacht<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> geht es um Kategorisierung, Lebendigkeit und vor allem um den modernen Mann und seine M\u00e4nnlichkeit. Ich frage mich, ob wir durch die Verwirrung zwischen Gleichberechtigung und Gleichheit riskieren, \u2018den Mann\u2019 zu verlieren.\u00a0<\/span><\/p>\n<h3><strong>Genderst du noch, oder lebst du schon?<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Meine Frau ist nicht wie ich, aber \u00fcber ihre Rolle als Mensch und biologische Frau hinaus habe ich kein Bed\u00fcrfnis nach einer Kategorisierung. Liebe und damit einhergehend, die Lebendigkeit ist f\u00fcr mich keine Absolutheit. Sie besteht aus Komplexit\u00e4ten, Widerspr\u00fcchen und vielschichtigen menschlichen Emotionen. Ein Konzept und eine Kategorisierung, die sich nur durch weitere, unbeschreibbare Konzepte wie &#8216;Herz&#8217; und &#8216;Seele&#8217; erkl\u00e4ren lassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Liebe ist ein Zukunftsversprechen, das sich nicht nur durch das, was ich wei\u00df, auszeichnet, sondern (auch) durch das, was ich nicht wei\u00df. Liebe ist somit auch ein Mangel an Information \u2013 das, was ich nicht definieren, erfassen oder in Worte fassen kann. Eine Liebesbeziehung baut auf dem Streben nach Gleichberechtigung, nicht auf Gleichheit auf. Sie wird lebendig durch Diversit\u00e4t.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Durch die Verabsolutierung von Kategorien \u2013 auf Information und Wissen reduziert \u2013 wird die Liebe jedoch leblos, mit einer zunehmend verlorenen Gesellschaft, die verzweifelt eine absolute Kategorie sucht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine damit verbundene Kategorisierung (das Andere) negiert werden soll. Im Gegenteil.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich bin also neugierig darauf, ob Gender-Debatten und die Befreiung der St\u00e4rken zu einer Spaltung und dem Verlust der Differenzierung f\u00fchren k\u00f6nnen? Was mich interessiert ist, ob Diversit\u00e4t \u2013 <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">was f\u00fcr mich ein Fest der Unterschiede ist<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> \u2013 durch Kategorisierung und Verabsolutierung nicht immer die guten Ziele des Vorhabens hervorbringt \u2013 eine gerechtere und inklusivere Gesellschaft \u2013 sondern auch zu Spaltung f\u00fchrt und in \u00e4u\u00dferster Konsequenz zu einem Verlust von dem, was wir nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, und damit verbunden dem Verlust von Lebendigkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In diesem Tanz des Lebens geht es mir um eine besondere Beobachtung. Eine Krise \u201cin der Mache\u201d \u2013 und ein Problem, das ich seit Jahren zunehmend als Gesellschaftsproblem erkenne: <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Die Rolle des modernen (jungen) Mann<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wer oder was ist der Mann in 2024? <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Oder anders gefragt: Ist die M\u00e4nnlichkeit vom Aussterben bedroht?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich m\u00f6chte im heutigen Essay drei der Beobachtungen genauer beleuchten:\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Das Aufbl\u00fchen des konservativen Mannes im Zusammenspiel mit der linken progressiven Frau und der Diversity-Bewegung \u2013 das <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">LGBTIQ-Plus &amp; Co.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">,<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Die Rolle der Sexualit\u00e4t, vor allem mit Blick auf junge M\u00e4nner, und<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\" aria-level=\"1\"><span style=\"font-weight: 400;\">Warum Frauen mit der gegenw\u00e4rtigen Entwicklung besser klarkommen<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dazu wage ich auch einen Ausblick und finde Rollenmodellen in meiner Heimat Norwegen, die uns evtl. dabei helfen k\u00f6nnen, neue Vorbilder zu formen und diese Wirkkraft eines m\u00f6glichen gesellschaftlichen Wandels bereits heute zu entfesseln.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich freue mich \u00fcber Feedback und Gedanken und gerne ein Teilen mit deiner Community und \/ oder Kollegen, die das Thema auch interessieren k\u00f6nnte.\u00a0<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"font-weight: 400;\"><strong>1. Die Suche nach dem modernen Mann<\/strong><\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die zunehmende New-Wave-Suche nach Sinn und Seele trifft auf Andrew Tate &amp; Co. Von Sabbaticals und Retreats bis hin zu Substanzerfahrungen mit Egobefreiung und Bewusstseinserweiterung. Alles muss erkl\u00e4rt werden, auf der Suche nach einer absoluten Antwort. Andererseits gibt es das Ph\u00e4nomen Tate: den &#8216;Modernus-Mannus-Machos&#8217;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bei einer Gruppe junger M\u00e4nner im Hipster-Kiosk von nebenan \u2013 wo ich zur sp\u00e4ten Stunde meine Mandelmilch f\u00fcr mein Fr\u00fchst\u00fcck\u00a0 hole\u2026 \u2013 f\u00fchrte ich letzte Woche ein Art &#8216;Feldforschung&#8217; durch:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8211; &#8216;Kennt ihr Andrew Tate, Jungs?&#8217;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8211; &#8216;Krasser Typ, Bruder&#8217;, lautet die spontane Antwort.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8211; &#8216;Er darf Rum\u00e4nien nicht verlassen und wird beschuldigt, zusammen mit seinem Bruder Tristan sowie zwei Frauen aus Bukarest heraus Menschenhandel, Geldw\u00e4sche in gro\u00dfem Stil, Vergewaltigung und organisierte Kriminalit\u00e4t\u00a0 betrieben zu haben. Erst vor einem halben Jahr wurde er wegen der Bildung einer kriminellen Organisation angeklagt\u2019, f\u00fcge ich hinzu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8211; &#8216;Digger, das ist nicht korrekt, Alter. Aber was er sagt, ist schon gut. Er traut sich zu sagen, was ist, kein Waschlappen eben.&#8217;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Unser Gespr\u00e4ch geht weiter. In jedem Satz f\u00e4llt zweimal das Wort &#8216;Bruder&#8217;. Neue Kategorisierungen und Beschreibung wie Cringe, Side-Eyed, NPCs und Rizz treiben die Sprache. Verwirrt \u00fcber den modernen jungen Mann verlasse ich am Abend den Kiosk.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich stelle fest, dass Tate zusammen mit dem US-Influencer Justin Waller junge M\u00e4nner in ihrer &#8216;Real World Business School&#8217; &#8216;ausbildet&#8217;. Wenige Tage sp\u00e4ter sto\u00dfe ich bei X (ehemals Twitter) auf eine &#8216;Spaces&#8217;-Diskussion, in der sich der kontroverse Alex Jones mit US-Pr\u00e4sidentschaftskandidat Vivek Wishabimi, Elon Musk und eben jenem vierfachen Kickbox-Weltmeister Tate stundenlang daran machen, Millionen von Menschen ihre Sicht auf die Welt zu erkl\u00e4ren. Themen wie die Rettung aller Frauen, Diskussionen \u00fcber Weltprobleme und die Befreiung von den b\u00f6sen M\u00e4chten der Elite werden mit einer einseitigen Sichtweise an das Publikum herangetragen. Ob Musk die Welt wirklich so sieht, bleibt unklar \u2013 Hauptsache, seine Plattform bleibt lebendig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Tate lebt heute &#8216;gefangen&#8217; in Rum\u00e4nien. Im Jahr 2022 geh\u00f6rte er zu den meistgesuchten Personen bei Google und wird \u00fcberall zu Talkshows eingeladen. Interviews mit dem Fu\u00dfballer Ronaldo oder dem US-Rapper Kanye West in &#8216;Piers Morgan Uncensored&#8217; kommen nicht ann\u00e4hernd an die Einschaltquoten f\u00fcr Interviews mit Tate aus Rum\u00e4nien heran. Dort \u00e4u\u00dfert sich der &#8216;King of Toxic Masculinity&#8217; hinter dunklen Sonnenbrillen mit aggressivem Ton und f\u00fcr viele mit provokanter Sprache selbstsicher zu allen Themen \u2013 von der Rolle der Frau bis zur Lage in Israel.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es gibt nat\u00fcrlich andererseits auch tolle Vorbilder. Harry Styles beispielsweise ist charmant, erfolgreich und freundlich. \u201cEin Vorbild f\u00fcr alle Generationen\u201d lautet eine Headline. Aber in einer Welt, in der Offenheit, Geschlechtergerechtigkeit und das Streben nach Toleranz betont werden, finden wir heute viele junge M\u00e4nner, die gespalten und verloren sind. Sie befinden sich im Schwebezustand zwischen der vermeintlichen Seelen- und Sinnsuche und Vorbildern mit kriminellem Hintergrund, die als aggressive Frauenver\u00e4chter f\u00fcr St\u00e4rke, Reichtum und materialistischen Erfolg stehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auf meinen Post auf LinkedIn reagiert eine gesch\u00e4tzte Kollegin mit der Frage, ob Feminismus und ver\u00e4nderte Rollenbilder den Mann verunsichert oder seine M\u00e4nnlichkeit ver\u00e4ndert haben? In Kreisen von (selbsternannten) Feministinnen kommt die Aufkl\u00e4rung, die M\u00e4nner haben Angst vor dem Aufstieg der Frauen. Die Herausforderung, dass einige M\u00e4nner nicht mit einer starken, selbstbewussten und &#8216;erfolgreichen&#8217; (wie auch immer wir das definieren m\u00f6chten) Frau klarkommen, ist aber keine Schuldzuweisung an die Frauen.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sind M\u00e4nner, die es nicht handhaben k\u00f6nnen, im Schatten ihrer Frau mit einem profilierten Amt (oder Position) zu stehen, schwach? Oder liegt es daran, wie die Gesellschaft M\u00e4nner sieht?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich glaube nicht, dass es im Kern das Problem ist, dass M\u00e4nner ihren Frauen den Erfolg nicht g\u00f6nnen. Findet eine dauerhafte Verabsolutierung im Vergleich und der Kategorie statt, so finde ich nie Anklang und Ruhe. So liegt die Verlorenheit in permanenter externer Validierung und Vergleich, nicht im Aufstieg der Frauen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sicherlich kommen viele M\u00e4nner damit nicht klar\u2026 Ich sehe aber dies nicht als gesellschaftliche Herausforderungen f\u00fcr \u201cden Mann\u201d. Vielmehr suche ich das Problem, im bin\u00e4ren Vergleich zu stehen und die dauerhafte (externe) Validierung. Der junge\u00a0 \u2013 normale \u2013 Mann findet sich nicht in der Minderheit wieder. So ist der Linksliberalismus und die immer l\u00e4nger werdenden LGBTIQ-Plus &amp; Co Liste, die Quotenverteilung und der Diversity-Fokus keine Heimat f\u00fcr den normalen jungen Mann.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Traditionell wurde von M\u00e4nnern erwartet, emotional unempf\u00e4nglich zu sein. Dies hat heute ein Vakuum geschaffen, in dem junge M\u00e4nner nach extremen Formen der M\u00e4nnlichkeit suchen. Hier finden Personen wie Tate &amp; Co. ihre Anh\u00e4ngerschaft. Der verunsicherte und verlorene Mann ist anf\u00e4llig f\u00fcr Populismus und sucht nach neuer St\u00e4rke \u2013 schlie\u00dflich sind in seiner Wahrnehmung alle anderen Schuld an seinem Leid.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Daher ist f\u00fcr mich das Thema m\u00e4nnliche mentale Gesundheit von gro\u00dfer Bedeutung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Auftauchen dieser Problemstellung ist nicht nur Ergebnis individueller Verantwortungslosigkeit, sondern spiegelt eine tiefere Herausforderung wider, wie wir als Gesellschaft M\u00e4nnlichkeit und Emotionen behandeln.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Tiefe Freundschaften und offene Gespr\u00e4che unter M\u00e4nnern? <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Laut Studien in den USA sind die engen Freundschaften unter M\u00e4nner um 50% zur\u00fcckgegangen seit 1990. Die New York Times schreibt ihr dar\u00fcber als Ph\u00e4nomen \u201cfriendship recession.\u201d Viele M\u00e4nner haben kaum noch echte Freunde. Und wenn das wichtig ist, dann haben wir ein zunehmendes Problem. Wenn also die Vaterrolle f\u00fcr die Entwicklung eines jungen Mannes eine wesentliche Bedeutung spielt, so zeigen Studien, dass die V\u00e4ter heute auch nicht ausreichend pr\u00e4sent sind. Suchen wir also nach Antworten in Gesellschaft und Bildung?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Entwicklung nimmt meine Heimat Norwegen ernst. Dort hat der K\u00f6nig im Rat ein \u00f6ffentliches Komitee eingesetzt, das die Herausforderungen der Gleichstellung von Jungen und M\u00e4nnern in Norwegen untersuchen soll Im M\u00e4rz erscheint aus diesem Gremium, dem &#8216;Mannesutvalget&#8217; (der M\u00e4nnerauswahl) das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2022, die sich mit den Herausforderungen der Geschlechtergleichstellung besch\u00e4ftigt, mit denen Jungen und M\u00e4nner in Norwegen konfrontiert sind.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In dieser (neuen?) Welt finden sich nicht nur die &#8216;modernen, in der Midlife-Krise Steckenden&#8217;, sondern auch die junge Generation wieder. Tennisstar Zverev oder Fu\u00dfballer Boateng \u2013 auch in Deutschland sind Vorbilder in Sachen optischer Ausstrahlung, Reichtum und Erfolg, nicht frei von Rollendebatten. Beide angeklagt wegen Gewaltvorw\u00fcrfen gegen ihre jeweiligen Liebhaberinnen und Partnerinnen. Zahlreiche Statistiken zeigen, dass die Jugend \u2013 insbesondere junge M\u00e4nner \u2013 zunehmend von Gewalt, Kriminalit\u00e4t und Rausch inspiriert werden und immer j\u00fcnger werden. Im &#8216;Social-Media-Dschungel&#8217; dominieren auch die dominanten Accounts. Junge M\u00e4nner werden straff\u00e4lliger, brechen die Schule ab und sterben fr\u00fcher, so die Statistiken. Zusammen mit neuen psychologischen Herausforderungen k\u00f6nnte die Dunkelziffer der &#8216;sp\u00e4ten Selbstabtreibungsquote im fortgeschrittenen jungen m\u00e4nnlichen Alter&#8217; zunehmen \u2013 kurz: M\u00e4nner im Alter von 30 bis 50 Jahren haben es nicht mehr so leicht; sie wissen nicht, wohin mit sich. Die Folge k\u00f6nnten steigende Suizidraten sein; der einst starke Mann wird zum schwachen Geschlecht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">So scheint es, wie in vielen Bereichen der Daumen-Hoch- oder -Runter-Gesellschaft, dass eine zunehmende Spaltung deutlich wird. Auf Diversity- und Geschlechtergerechtigkeit folgt die Spaltung in Kategorisierungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das aktuelle Problem scheint mir zu sein, dass die T\u00fcr f\u00fcr gef\u00e4hrliche Vorbilder \u00f6ffnet, wenn junge M\u00e4nner nicht mit Gef\u00fchl, Verletzlichkeit, Selbstwertgef\u00fchl und Selbstvertrauen in ihrer &#8216;Toolbox&#8217; ausgestattet werden, .<\/span><\/p>\n<h3><strong>2. Die komplexe Sexualit\u00e4t und die Eigenliebe<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die zweite Beobachtung ist, dass Jungs heute in einer pornofizierten Gesellschaft aufwachsen.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> \u00dcber das rasch steigende Suchtproblem wird in internationalen Medien zunehmend berichtet.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mein Sexualunterricht war v\u00f6llig abwesend. Und Porno? Es gab kein Internet. Hatten wir Gl\u00fcck, konnten wir eine VHS ergattern. Nach wochenlangem Warten auf einen Moment des Alleinseins, oder bei einer Gelegenheit, beim Kameraden zu \u00fcbernachten, konnten wir die Highlights genie\u00dfen, wenn die Eltern uns alleine lie\u00dfen. F\u00fcr uns waren die Lederhose\u2013Juckende\u2013Tiroler\u2013Schreier, die ihre Akte und \u2018acting\u2019 mit unterschiedlichem Schauspieltalent (synonym mit grotten schlecht) <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">mit<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> angezogener Hose durchf\u00fchrten, das einzige Angebot. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Feuchte Tr\u00e4ume gab es von den mit Fr\u00fcchten abgedeckten Begleiterinnen von Hugo Egon Balder und Tutti Frutti, oder dem monatlichen Plakat von Samantha Fox im Badeanzug. Touch me!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die erste Generation Satelliten-Receiver boten eine zugedecktes Viereck am Fernseher, wo man seitlich deuten konnte, was hinter der Zensur passierte. Sp\u00e4ter konnten wir die Code-Karte dann aus dem Schlafzimmer der Eltern ergattern, um die Zensur abzuschalten, eine langsame technologische Entwicklung \u00fcber Jahre.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Und heute? Einmal in der Suchleiste eingetragen, so gibt es binnen weniger Sekunden: Squirting, Rough, Gangbang, Choking. Alles umsonst. Stundenlang. T\u00e4glich. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u201cFrauen wollen auf dem Schreibtisch nach Feierabend hart genommen werden\u201d. Hier ist deine Ausbildung wie\u2026 Losgel\u00f6st davon ab, ob es stimmt oder nicht, so ist der Sexual-Unterricht f\u00fcr 13-J\u00e4hrigen Jungs heute. Mit 14, ausgeleert und gelangweilt. Mit 18 impotent im Jugendzimmer. Ein neuer Absatzmarkt f\u00fcr Viagra, Cialis &amp; Co.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auf NETFLIX und Co. finden wir die HOT-Serien der Reality-TV. Fuckboy-Island, Too Hot To Handle, Ex On the Beach usw. Eine weitere Arena einer illusion\u00e4ren M\u00e4nnlichkeit? Ohne Sex vor der Kamera keine Einschaltquote, kein Heldenstatus, so lautet die Devise. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Das Ph\u00e4nomen verdinglicht nicht nur M\u00e4nner, sondern sendet auch eine gef\u00e4hrliche Botschaft, dass Sexualit\u00e4t das prim\u00e4re Merkmal der m\u00e4nnlichen Identit\u00e4t ist. Darauf folgt die neue Einnahmequelle \u201cOnly Fans\u201d, nach dem Motto \u201cAlle haben mich fi**** sehen, jetzt kann ich auch damit Geld verdienen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auff\u00e4llig auch jungst eine \u00f6ffentliche Debatte unter zwei Frauen, wobei die eine sich \u00fcber Only-Fans als neuer Einnahmenplattform erkundigen wollte, worauf die Kollegin klarstellt: \u201cOhne Hardcore l\u00e4uft da nichts mehr, alles andere macht jeder\u201d.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht war es fr\u00fcher nicht besser, aber es war auf jeden Fall anders &#8211; bzw. alles brauchte seine Zeit. Weshalb wir uns zumindest die gegenw\u00e4rtige Entwicklung genauer anschauen sollten. Und auch hier geht es nicht um eine Schuldzuweisung, sondern eine Beobachtung, dass (junge) M\u00e4nner mit dieser rasanten Entwicklung nicht klarkommen, und das sollte thematisiert werden.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ziehen wir die Jugendlichen mit sch\u00e4dlichen Vorbildern gro\u00df, die destruktive Ideen \u00fcber M\u00e4nnlichkeit und Sexualit\u00e4t f\u00f6rdern, oder geh\u00f6rt diese Entwicklung zur neuen Normalit\u00e4t? <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Die unbegrenzte Dominanz des Mannes, der die Frau als blo\u00dfe Vergn\u00fcgung sieht, der Geld, Ruhm und Gewalt darstellt, trifft auf unsichere junge M\u00e4nner, die bei der starken Frau, die ihre Sexualit\u00e4t in vollen Z\u00fcgen auslebt, nicht ankommen. Eine gef\u00e4hrliche Spaltung in einer neuen paradoxalen Welt, die das soziale Beisammensein bedroht, die Konflikte und Verluste f\u00fcr alle Beteiligten f\u00f6rdert, obwohl das ausgesprochene Ziel von Diversity und Genderdebatten eigentlich ja das Gegenteil bewirken sollte. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Auch wenn hier \u00fcberspitzt formuliert, beobachte ich eine solche Entwicklung als gesellschaftliche Zeitbombe.<\/span><\/p>\n<h3><strong>3.\u201cDie Frauen k\u00f6nnen alles besser\u201d\u00a0<\/strong><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\"><\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Ich blicke nach unten und stelle einen biologischen Unterschied zur Kategorie &#8216;Frau&#8217; fest. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ich die Existenz und den Respekt f\u00fcr weitere Kategorien und Minderheiten negiere. Im Gegenteil, ich habe gro\u00dfen Respekt f\u00fcr jegliche subjektive Wahrnehmung und gef\u00fchlte Kategorisierung. Dennoch gilt f\u00fcr mich, dass Gleichberechtigung nicht mit Gleichheit gleichzusetzen ist. Ich respektiere die Kategorisierung einer Minderheit mit m\u00e4nnlichen Genitalien, erwarte aber auch, dass Respekt gegenseitig sein darf, um die Grundlage f\u00fcr eine dynamische Gesellschaft zu bilden. Wenn sich jemand nicht wohl dabei f\u00fchlt, wenn &#8216;es&#8217; sein Ding in der Frauendusche unter jungen M\u00e4dchen schwingt, dann braucht es vielleicht nicht eine dritte und vierte Kategorie, sondern eher Klarheit? Das M\u00e4nner-Paradoxon k\u00f6nnte wom\u00f6glich eine Konsequenz einer solchen Entwicklung sein, bei der das, was f\u00fcr viele als Normalit\u00e4t, biologische Banalit\u00e4t oder eben keine weitere Zuordnung betrachtet wird, nicht als eine Kategorie gesehen und auch nicht ben\u00f6tigt wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Sexualit\u00e4t als Verdinglichung scheint in vielen F\u00e4llen die M\u00e4nner mehr zu plagen. Die Frauen k\u00f6nnen leichter die pornofizierte Welt nachahmen. Ob authentisch und mit Lust sei dahingestellt, aber \u2013 so scheint es mir \u2013 eine wachsende Zahl an M\u00e4nnern wird den vermeintlichen Anspr\u00fcchen der Gesellschaft nicht gerecht. Dass wir alle nicht Fu\u00dfball wie Messi spielen k\u00f6nnen, damit finden wir uns ab, aber Geld, Maskulinit\u00e4t und Sexualit\u00e4t, da sollten alle mithalten k\u00f6nnen \u2013 so gef\u00fchlt. F\u00fcr viele junge M\u00e4nner sind dann Pers\u00f6nlichkeiten wie Andrew Tate, Logan Paul die modernen Vorbilder einer besseren Welt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Eine \u201cBessere Welt\u201d im Tanz zwischen Liebe und Sexualit\u00e4t zwischen Mann und Frau, ein Streben nach Stabilisierung im Umgang mit Konflikten und Spannung. Geopolitisch k\u00f6nnte man heute meinen, die Welt braucht mehr Sensibilit\u00e4t und weibliche St\u00e4rke. In sozialen Medien wird die nackte Frau und der gewaltt\u00e4tige Mann \u00f6konomisch und medial belohnt, hin zur gesellschaftlichen Rolle der Aufkl\u00e4rer. Auch hier ein zu beobachtendes Spannungsfeld\u00a0<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"font-weight: 400;\">Was wollen die jungen Frauen heute? Was soll ich als junger Mann tun?\u00a0<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Einerseits braucht es Zustimmung und Konsens. Andererseits m\u00f6chte die unabh\u00e4ngige, st\u00e4rkere Frau erobert werden. Eine Frau, die selbstbestimmt ist, die einen starken Mann sucht, jedoch gesellschaftlich die St\u00e4rke des Mannes ablehnt und nach Gleichberechtigung strebt. Die Lage ist kompliziert. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">In einer aktuellen Studie aus den USA spiegeln sich Netflix-Phantasien und Porno-Statistiken wider. \u00dcber 60% der Frauen fantasieren davon submissiv zu sein \u2013\u00a0oder geben an, sie werden von der Dominanz erregt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Problem? Nur 40% der M\u00e4nner geben an, sexuell dominant zu sein. Jackpot des dominanten Mannes! Oder viel schlimmer: Unsicherheit und verlorenen M\u00e4nnlichkeit steigen? Zunehmend lese ich Artikel \u00fcber die Rolle der Domina und M\u00e4nner, die aus ihrem Alltag eine Flucht brauchen, um sich selbst zu sp\u00fcren. Nicht ohne Grund wird zunehmend \u00fcber die (m\u00e4nnliche) psychische Gesundheit berichtet. So suchen wir keine Schuld, noch kritisieren einen Aufstieg anderer, sondern landen bei einer sehr einfachen Frage mit komplexem Hintergrund und wom\u00f6glich keiner einfachen\/raschen Antwort: <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Ist der moderne Mann dabei sich zu verlieren?<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Problem, das ich heute beobachte, ist, dass wir die Reaktionen und die Wirkkr\u00e4fte nicht erkennen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wenn Daten zeigen, dass M\u00e4dchen im Durchschnitt besser in der Schule abschneiden als junge M\u00e4nner und wir an Universit\u00e4ten junge Frauen sehen, die \u00fcberall gute Abschl\u00fcsse erzielen, so folgt daraus eine Leistungsverschiebung und ein Anpassungsbedarf bei der Rolle. Die Gesellschaft bildet nie Leistung und Repr\u00e4sentanz ab. Eine Quote kann Machtstrukturen aufbrechen, aber der wahre Wandel folgt gesellschaftlichen Wirkkr\u00e4ften. Norwegen ist nicht aufgrund der Quote ein Vorbild, sondern das Ergebnis von Qualit\u00e4t und Bildung. Es geht also nicht um Gleichheit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich lese im Tagesspiegel, Frauen kommen besser mit sich selbst zurecht, haben ein besseres Selbstbild und ben\u00f6tigen weniger externe Validierung. Und M\u00e4nner werden leichter aus dem Konzept gebracht, wenn sie in ihrem Stolz herausgefordert werden. Die Frau hat historisch die Erfahrung, Zweite oder keine Geige zu spielen, und dennoch fundamental zu sein, das ist f\u00fcr den Mann eine neue Situation. Aus meiner Heimat schauen wir Filme \u00fcber den Wikinger-Mann, der die Welt erkundete und eroberte. Liest man die moderne Literatur oder auch in den Neuverfilmungen und Serien, so scheint es so, als w\u00fcrden die Frauen in der Wikingerzeit mehr Gleichberechtigung und Freiheit als fast alle anderen Frauen ihrer Zeit genie\u00dfen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es scheint fast so, als sei der gew\u00fcnschte und richtige Aufstieg der Frauen und gleichzeitig der Fokus auf Minderheiten ein Problem des modernen Mannes. Weniger wegen eines vermeintlichen Machtverlusts, sondern weil es noch schlimmer ist: Die Rolle des Mannes hat seine Definition und Zuordnung verloren. Gef\u00fchlsmensch, feuchter Waschlappen oder dominanter Macho \u2013 was will die Frau eigentlich? Was will der Mann? Der Mann findet sich in der \u201cmodernen\u201d Welt einfach nicht zurecht.\u00a0<\/span><\/p>\n<h3><b>Von den Modernen Wikingern Lernen<\/b><\/h3>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Braucht die Welt mehr St\u00e4rke und M\u00e4nnlichkeit oder M\u00e4nner, die stark und M\u00e4nnlich sind? Es braucht eine m\u00e4nnliche Identit\u00e4t, die die Seele n\u00e4hrt, anstatt sie zu untergraben. Eine neue Reise, die den Mann und seine Psyche st\u00e4rkt. Die Mythen \u00fcber &#8216;den Mann&#8217; m\u00fcssen vielleicht ersetzt und eine vielf\u00e4ltige Realit\u00e4t der M\u00e4nnlichkeit umarmt werden.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Gleichwohl ist die Spaltung in der Kategorisierung und das Negieren des anderen das Problem. Es geht nicht um eine Ablehnung der Minderheit, sondern ein Fest der Diversit\u00e4t. Das bedeutet, dass der Mann in seiner Rolle seinen Platz findet und gest\u00e4rkt wird, ohne dabei die positive Entwicklung der unz\u00e4hligen talentierten Frauen und nat\u00fcrlich jegliche Diversit\u00e4t, die unsere Gesellschaft belebt, zu bremsen. Gelingt es aber nicht, den jungen Mann heute in diesem spannenden Fest der Unterschiede mitzunehmen, droht die Gefangenschaft in Ideologien von Influencern wie Tate &amp; Co., was eher nach der Entwicklung einer gespaltenen Gesellschaft aussieht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bewusst wurde mir diese Beobachtung, als ich mein neues Buch \u201cWikinger-Kodex\u201d schrieb. Mit Erling Haaland, Viktor Hovland, Karsten Warholm, Martin \u00d8degaard und Casper Ruud sind junge M\u00e4nner \u00fcber Nacht zu globalen Vorbildern geworden. Auff\u00e4llig ist nicht nur, dass diese Leistungskultur vor allem die jungen M\u00e4nner in Norwegen pr\u00e4gt, sondern auch ihren Wertekodex. Sie haben kaum Skandale, f\u00fchren Beziehungen teilweise mit ihren M\u00e4dels aus ihrem Dorf, ihren Jugendlieben. Sie sind selbstsicher und gleichzeitig wertsch\u00e4tzend. Auff\u00e4llig war auch, dass sie alle Vorbilder in Mentoren hatten. Ihre V\u00e4ter spielen eine fundamental wichtige Rolle in ihren Karrieren. Manchmal Ersatzv\u00e4ter, die als Freunde dienen wie im Fall Warholm mit seinem Spielkameraden und Trainer Leif Olav Alnes , oder mit Langl\u00e4ufer Kl\u00e6bo, der als \u201cPrince-Charming\u201d die Welt erobert, mit Opa als Trainer und Vater als Wegbegleiter, w\u00e4hrend er eine traditionelle Beziehung zu seiner Jugendliebe pflegt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht sollte Vielfalt, Respekt und Offenheit nicht das Ziel sein, sondern vielmehr eine nat\u00fcrliche Konsequenz. Das erfordert ein tieferes Verst\u00e4ndnis der zugrundeliegenden Wirkkr\u00e4fte. Es braucht vielleicht eher einen Fokus auf den Mann. Einen Mann, der Gef\u00fchle feiert, der stark sein kann, aber gleichzeitig verletzlich f\u00fcr sich selbst und andere ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Brauchen wir neue inspirierende Vorbilder, die das Bild des unfehlbaren Mannes zugunsten einer nuancierten und authentischeren Version darstellen? Einen Mann, der Werte wie Ehrlichkeit, Verantwortung und Mitgef\u00fchl f\u00f6rdert?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der junge Mann muss heute ermutigt werden, stark zu sein, aber nicht nur k\u00f6rperlich, sondern vor allem mental und emotional. Das bedeutet, eine Bildungsrolle zu \u00fcbernehmen, bei der wahre St\u00e4rke in der Bereitschaft zur Wahrheit liegt, sich f\u00fcr das Richtige einzusetzen, sich um andere zu k\u00fcmmern und eine konstruktive Kraft in der Gesellschaft zu sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht ist es an der Zeit, die Geschlechterdebatte aus einer neuen Perspektive zu beleuchten?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">So kommen wir wieder zur Liebe zur\u00fcck. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Zur Liebe zu sich selbst und zu dem, was wir nicht kategorisieren k\u00f6nnen. Ich bin ein Mann. Ich habe mein Ego und ich m\u00f6chte auch (mehr) sein. Ich muss das Yin zum Yang meiner Partnerschaft erg\u00e4nzen, oder zumindest eine (auch) treibende Kraft in der Erf\u00fcllung der Leerr\u00e4ume zwischen uns \u2013 meinem Partner und mir \u2013 im Erkunden der Lebendigkeit sein.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht muss ich sogar <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">die<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> treibende Kraft der Lebendigkeit sein. Aber daf\u00fcr muss ich erst verstehen, wer und was ich nicht bin. Ich mache mir Gedanken \u00fcber den verlorenen Mann, der heute verzweifelt nach seinem &#8216;L\u00f6ffelchen-Moment&#8217; sucht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Werde ich nach dem Schreiben diesen Artikel f\u00fcndig? Nicht wirklich. Aber ich werde mir zunehmend bewusst, dass dies ein Thema ist, mit dem sich unsere Gesellschaft in 2024 ernsthaft besch\u00e4ftigen sollte.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ich bin ein Mann, lass mich jetzt raus.<\/span><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zunehmende New-Wave-Suche nach Sinn und Seele trifft auf Andrew Tate &#038; Co. Von Sabbaticals und Retreats bis hin zu Substanzerfahrungen mit Egobefreiung und Bewusstseinserweiterung. Alles muss erkl\u00e4rt werden, auf der Suche nach einer absoluten Antwort. 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