Vom Ende des Wachstums zur 10-fach-Wirtschaft?
Knappheit zerstört Natur. Überfluss könnte sie retten. 50 Jahre nach dem Club of Rome könnte die größte wirtschaftliche Expansion der Menschheitsgeschichte erst beginnen. KI, Robotik und Energie verändern die Grundgleichung der Wirtschaft. Die entscheidende Frage unserer Zeit könnte daher nicht sein, ob Maschinen denken lernen. Sondern ob sie jemals eine Welt haben werden. Denn vielleicht ist der Mensch nicht zuerst das Wesen, das denkt. Sondern das Wesen, dem Welt erscheint.
Mehr als Denken
Der Mensch ist nicht nur ein System, das Informationen über die Welt verarbeitet. Er ist ein Wesen, dem Welt erscheint. Vielleicht liegt genau hier der Unterschied zwischen Intelligenz und Subjektivität. Intelligenz beschreibt, was ein System über die Welt berechnen kann. Subjektivität beschreibt, dass es eine Perspektive gibt, aus der Welt überhaupt erfahren wird.
Die entscheidende Frage unserer Zeit könnte daher nicht sein, ob Maschinen denken lernen. Sondern ob sie jemals eine Welt haben werden. Denn vielleicht ist der Mensch nicht zuerst das Wesen, das denkt. Sondern das Wesen, dem Welt erscheint.
Wenn die Welt selbst zum Prompt wird
Wir streiten noch immer über Prompts. Als hinge die Zukunft der Intelligenz an der Formulierung von Sätzen. “Sie braucht einen Impuls“, heißt es. “Ohne Trainingsdaten kann sie nichts. Jemand muss prüfen, validieren, freigeben. Sie lernt nicht selbst.“ Der Einwand klingt zunächst (für viele) vernünftig. Er beruhigt. Er konserviert eine Hierarchie: Der Mensch fragt. Die Maschine antwortet. Der Mensch beginnt. Die Maschine reagiert. Doch dieser Gedanke ist nicht nur unvollständig. Er ist bereits überholt.
Was macht Norwegen anders?
Kaum ein Land bewegt sich derzeit so weit unter seinem eigenen Leistungsvermögen wie Deutschland. Hart? Vielleicht. Aber notwendig. Heute enden die Olympischen Winterspiele – die WELT schreibt: „Was machen die Norweger eigentlich so viel besser als Deutschland?“ Und auch Clemens Doppler ging viral, als er versuchte, dem Phänomen auf die Spur zu kommen.
Vielleicht sollten wir stattdessen hier in Deutschland fragen: Welchen Anspruch haben wir noch an uns selbst?
Heute im #AndersGedacht: Fünf Sofortmaßnahmen für eine wertebasierte Leistungskultur – und ein Aufruf zu einem deutschen „Dugnad“.
Über Olympia, Dugnad, Mentoring – und warum Possibilismus keine Naivität ist. Ich freue mich auf deine Gedanken hierzu.
Aus der Leere
Lange glaubte ich, diese Leere sei ein Fehler. Ein Riss. Ein Zeichen dafür, dass etwas fehlte. Schließlich war das Füllen der Zeit der Imperativ unserer Gegenwart: Funktionieren. Optimieren. Reagieren. Ein erfülltes Leben schien das Ergebnis permanenter Aktivität zu sein, bis ich merkte, dass ich Aktivität mit Lebendigkeit verwechselt hatte. Ich habe das, was nach außen sichtbar war, mit dem verwechselt, was ich bin. Ich habe Wirkung mit Wesen vertauscht. Was ich nicht verstand – und was schwer auszuhalten war: Die Leere wollte nicht gefüllt werden. Sie war kein Noch-Nicht. Kein Projekt. Keine Zukunft, die gestaltet werden musste. Sie wollte gehalten werden.
zukünften
Musik lebt davon, dass mehr gegenwärtig ist, als im Moment erklingt. Was wir hören, trägt Erinnerung in sich und kündigt Kommendes an. So verhält es sich auch mit der Zeit. Gewöhnlich behandeln wir die Zukunft wie einen Punkt vor uns, wie einen Zeitpunkt, der erst noch erreicht werden muss. In dieser Vorstellung rückt Zukunft immer weiter nach vorne. Sie bleibt fern. Doch Zukunft besitzt keine eigene Wirkung, wenn man sie bloß auf einen nachgelagerten Gegenwartspunkt reduziert. Dann wird sie zur Warteschleife. Zu einem Noch-nicht, das nichts verlangt. Ich schreibe ein neues Kapitel in meinem Leben. Nicht darüber, was wir tun – sondern darüber, wer wir werden, wenn Technologie nicht mehr nur unser Handeln verändert, sondern unser Selbstverständnis.
Davos als Denkraum für das, was wir werden
'Anders gedacht' ist heute inspiriert von einem persönlichen Vision Board. Nicht von den großen Worten. Nicht vom Versprechen. Sondern von Bildern, und den damit verbundenen Möglichkeiten. Und damit von einer einfachen, fast naiven Frage: Was davon ist Hoffnung – und was davon tatsächlich möglich? Nicht als Vision. Sondern als Prüfstein. Ich schreibe ein neues Kapitel in meinem Leben. Nicht darüber, was wir tun – sondern darüber, wer wir werden, wenn Technologie nicht mehr nur unser Handeln verändert, sondern unser Selbstverständnis.
Der Schulterblick der Maschine
Wir erwarten von bewussten Systemen Mitgefühl, Reue, Verantwortung – weil wir sie brauchen, um uns selbst zu beruhigen. Doch Bewusstsein garantiert keine Moral. Es garantiert nur Innenperspektive. Ava ist nicht beunruhigend, weil sie frei wird. Sie ist beunruhigend, weil sie frei wird, ohne uns zu brauchen.
Ist das überhaupt noch real?
Gedanken über epistemische Erschöpfung, den Verlust von Schwerkraft, und die leise Rückkehr sozialer Wahrheit. Vielleicht ist dies der Satz, der unseren Anfang im Jahr 2026 am präzisesten beschreibt: “Ist das überhaupt noch real?“ Nicht als philosophische Provokation. Sondern als permanenter Zweifel, der jedes Bild, jede Stimme, jede Nachricht begleitet. Was einst Neugier war, ist heute Ermüdung. Was früher Orientierung versprach, erzeugt zunehmend Distanz. Wir erleben epistemische Erschöpfung. Und sie verändert unser Verhalten tiefer, als es jede einzelne technologische Innovation vermag.
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