• zukünften

    Musik lebt davon, dass mehr gegenwärtig ist, als im Moment erklingt. Was wir hören, trägt Erinnerung in sich und kündigt Kommendes an. So verhält es sich auch mit der Zeit. Gewöhnlich behandeln wir die Zukunft wie einen Punkt vor uns, wie einen Zeitpunkt, der erst noch erreicht werden muss. In dieser Vorstellung rückt Zukunft immer weiter nach vorne. Sie bleibt fern. Doch Zukunft besitzt keine eigene Wirkung, wenn man sie bloß auf einen nachgelagerten Gegenwartspunkt reduziert. Dann wird sie zur Warteschleife. Zu einem Noch-nicht, das nichts verlangt. Ich schreibe ein neues Kapitel in meinem Leben. Nicht darüber, was wir tun – sondern darüber, wer wir werden, wenn Technologie nicht mehr nur unser Handeln verändert, sondern unser Selbstverständnis.

  • Davos als Denkraum für das, was wir werden

    'Anders gedacht' ist heute inspiriert von einem persönlichen Vision Board. Nicht von den großen Worten. Nicht vom Versprechen. Sondern von Bildern, und den damit verbundenen Möglichkeiten. Und damit von einer einfachen, fast naiven Frage: Was davon ist Hoffnung – und was davon tatsächlich möglich? Nicht als Vision. Sondern als Prüfstein. Ich schreibe ein neues Kapitel in meinem Leben. Nicht darüber, was wir tun – sondern darüber, wer wir werden, wenn Technologie nicht mehr nur unser Handeln verändert, sondern unser Selbstverständnis.

  • Der Schulterblick der Maschine

    Wir erwarten von bewussten Systemen Mitgefühl, Reue, Verantwortung – weil wir sie brauchen, um uns selbst zu beruhigen. Doch Bewusstsein garantiert keine Moral. Es garantiert nur Innenperspektive. Ava ist nicht beunruhigend, weil sie frei wird. Sie ist beunruhigend, weil sie frei wird, ohne uns zu brauchen.

  • Ist das überhaupt noch real?

    Gedanken über epistemische Erschöpfung, den Verlust von Schwerkraft, und die leise Rückkehr sozialer Wahrheit. Vielleicht ist dies der Satz, der unseren Anfang im Jahr 2026 am präzisesten beschreibt: “Ist das überhaupt noch real?“ Nicht als philosophische Provokation. Sondern als permanenter Zweifel, der jedes Bild, jede Stimme, jede Nachricht begleitet. Was einst Neugier war, ist heute Ermüdung. Was früher Orientierung versprach, erzeugt zunehmend Distanz. Wir erleben epistemische Erschöpfung. Und sie verändert unser Verhalten tiefer, als es jede einzelne technologische Innovation vermag.

  • Die Metaphysik des Werdens

    Noch nie zuvor haben unsere Werkzeuge so tief, so direkt und so eigenständig begonnen, am Menschen selbst mitzuwirken. Künstliche Intelligenz steht uns nicht länger als bloßes Instrument gegenüber, sondern verändert die Bedingungen, unter denen wir Welt und uns selbst verstehen. In dem Moment, in dem sich diese Bedingungen verschieben, wird eine Einsicht unausweichlich: dass wir nicht wissen, was der Mensch ist.

  • Der Algorithmus der Kalypso

    Heute trägt Kalypso ein neues Kleid. Sie lockt nicht mehr mit einer einsamen Insel, sondern mit technologischer Reibungslosigkeit: algorithmisch gelenkte Feeds, die uns jeden Wunsch vorhersagen; Nähe, die nie enttäuscht; endlose Scrolls, die uns sanft in die Untätigkeit wiegen. Die KI flüstert uns nicht zu, uns ihr zu ergeben. Sie flüstert: "Du musst dich gar nicht entscheiden. Das nächste Video steht schon bereit.“ Ab in den algorithmischen Abgrund.

  • Deutschland muss die erste Industrienation mit kostenlosem Strom werden

    Deutschland hat genau eine Chance, um nicht abgehängt zu werden, und sie heißt kostenloser Strom. Während andere Länder längst in die Zukunft investieren, streitet Deutschland noch über Strompreise. Dabei geht es längst nicht mehr um den Preis, sondern um das Verständnis von Energie. Seit Jahren sprechen wir über “grüne Energie“, als wäre ihre Farbe das Entscheidende. Energie an sich ist nicht das Problem. Sonne, Wind, Gezeiten, Geothermie – sie versiegen nicht. Das eigentliche Problem ist unser Denken in Knappheit. Wir behandeln Energie, als wäre sie ein begrenztes Gut, das man sparen, zuteilen und besteuern muss. Dabei leben wir längst in einer Welt, in der Energie kein Mangel mehr ist, sondern Überfluss. Die Sonne liefert in einer Stunde mehr Energie, als die Menschheit in einem Jahr verbraucht. Der Engpass liegt nicht in der Natur. Sonne und Wind schicken keine Rechnungen und mit den kommenden Speichertechnologien, von Festkörper über Natrium-Ionen bis Lithium-Schwefel, fällt die letzte Barriere. Was gestern Betriebskosten waren, wird morgen Kapital. Die Ökonomie der Zukunft rechnet nicht mehr mit dem Preis pro Kilowattstunde, sondern mit der Fähigkeit, Überfluss intelligent zu organisieren. Heute übernimmt die AGI zunehmend unsere “hämmernden Tätigkeiten“: Texte schreiben, Daten ordnen, Entscheidungen vorbereiten. Sie wird so zum neuen Hammer – stets zuhanden, im Hintergrund, unbemerkt und selbstverständlich. Doch anders als das Werkzeug aus Holz und Eisen ist die AGI kein stummes Ding. Sie antizipiert, entscheidet, entwickelt sich weiter – und weil sie digital ist, ist sie gewissermaßen unsterblich.

  • Von der Energiewende zur Denkwende

    Deutschland diskutiert über Veränderung – und organisiert den Stillstand. Während anderswo Zukunft entworfen wird – in Shenzhen, in Austin, in Oslo – verwalten und hofieren wir hier die Vergangenheit. Wir schreiben Förderanträge, während andere Prototypen bauen. Die sogenannte Energiewende ist keine Wende, sondern eine Neuauflage des Alten.

    Seit Jahren sprechen wir über “grüne Energie“, als wäre ihre Farbe das Entscheidende. Energie an sich ist nicht das Problem. Sonne, Wind, Gezeiten, Geothermie – sie versiegen nicht. Das eigentliche Problem ist unser Denken in Knappheit. Wir behandeln Energie, als wäre sie ein begrenztes Gut, das man sparen, zuteilen und besteuern muss. Dabei leben wir längst in einer Welt, in der Energie kein Mangel mehr ist, sondern Überfluss. Die Sonne liefert in einer Stunde mehr Energie, als die Menschheit in einem Jahr verbraucht. Der Engpass liegt nicht in der Natur. Sonne und Wind schicken keine Rechnungen und mit den kommenden Speichertechnologien, von Festkörper über Natrium-Ionen bis Lithium-Schwefel, fällt die letzte Barriere. Was gestern Betriebskosten waren, wird morgen Kapital. Die Ökonomie der Zukunft rechnet nicht mehr mit dem Preis pro Kilowattstunde, sondern mit der Fähigkeit, Überfluss intelligent zu organisieren. Heute übernimmt die AGI zunehmend unsere “hämmernden Tätigkeiten“: Texte schreiben, Daten ordnen, Entscheidungen vorbereiten. Sie wird so zum neuen Hammer – stets zuhanden, im Hintergrund, unbemerkt und selbstverständlich. Doch anders als das Werkzeug aus Holz und Eisen ist die AGI kein stummes Ding. Sie antizipiert, entscheidet, entwickelt sich weiter – und weil sie digital ist, ist sie gewissermaßen unsterblich.

  • Die Alltäglichkeit und die Zukunft der Menschheit

    Das Sein des Menschen – das Dasein – entfaltet sich “zunächst und zumeist in der Alltäglichkeit“. Nicht im Außerordentlichen, sondern im Banalen, im alltäglichen Besorgen, im Umgang mit Werkzeugen und in der Welt des Mitseins zeigt sich, was wir sind. Ein Hammer ist nicht zunächst ein “Objekt“ mit Eigenschaften (vorhanden), sondern er verschwindet in seinem Gebrauch – er ist uns zuhanden. Erst wenn der Hammer zerbricht, tritt er als Gegenstand in unser Blickfeld.

    Heute übernimmt die AGI zunehmend unsere “hämmernden Tätigkeiten“: Texte schreiben, Daten ordnen, Entscheidungen vorbereiten. Sie wird so zum neuen Hammer – stets zuhanden, im Hintergrund, unbemerkt und selbstverständlich. Doch anders als das Werkzeug aus Holz und Eisen ist die AGI kein stummes Ding. Sie antizipiert, entscheidet, entwickelt sich weiter – und weil sie digital ist, ist sie gewissermaßen unsterblich.

  • Drei Norweger auf dem WM-Podium – Was hinter Norwegens Sportwunder steckt – und warum es Deutschland betrifft

    Bereits vor anderthalb Jahren erschien der Wikinger-Kodex in Deutschland. Angesichts wirtschaftlicher, politischer und bildungspolitischer Herausforderungen ist es vielleicht Zeit, dieses Werk erneut in den Vordergrund zu rücken? Denn es geht nicht allein um Sport – es geht um Werte, Aktivierung und Lebendigkeit. Unter dem Titel The Viking Code erschien im vergangenen Jahr die US-Ausgabe meines Buches, nun folgt in Norwegen die Fassung VIKINGKODEN – Over Janteloven, die am 15. Oktober in Oslo vorgestellt wird. Die norwegische Ausgabe beschreibt, was dieses kleine Land von seiner eigenen sportlichen Leistungskultur lernen kann. Denn nicht alles, was glänzt, ist Gold – und vieles bleibt unklar, warum gerade diese Generation in fast allen Sportarten Weltklasseathleten hervorbringt.